Zur Zeit befinde ich mich auf einem Fortbildungslehrgang zum Thema “Virtuelle Lernplattformen – Überblick und Kriterien für die medienpädagogisch-informationstechnische Beratung”.
Gestern haben wir uns allgemein mit didaktischen Gesichtspunkten von Lernplattformen auseinandergesetzt. Dabei wurden drei Konzepte vorgestellt:
1. Das Anreicherungskonzept:
Hierbei wird durch die Lernplattform optionales, zusätzliches Material zur Verfügung gestellt. Die Lernplattform ermöglicht differenziertes Lernen, zusätzliche Übungsaufgaben für leistungsstarke Schüler, wiederholende Aufgaben für schwächere Schüler
2. Das Integrationskonzept:
Die Lernplattform ergänzt den “normalen” Unterricht mit nun nicht mehr optionalen sondern verbindlichen Inhalten. Die Lernplattform bietet Bausteine innerhalb einer Sequenz an. Sie wird zur arbeitsteiligen Gruppenarbeit genutzt. Es sind verbindliche Hausaufgaben möglich.
3. Das Virtualisierungskonzept:
Hier ist die gesamte Lernsequenz virtualiert, d.h. das Lernen findet komplett über die Plattform statt. Beispiele: Webquests, Onlinekurse, selbstständiges Lernen.
Dazu gibt es hier eine Präsentation des Referenten Christian Czaputa
Die folgenden Lernplattformen haben wir im Überblick kennengelernt:
It’s learning:
Bei “It’s learning” handelt es sich um ein kommerzielles Produkt. Der erste Eindruck war sehr gut. Die Bedienung funktioniert intuitiv, die Oberfläche wirkt aufgeräumt und logisch. Die Kosten für einen Zugang liegen bei niedrigen Benutzerzahlen bei 8 €/ Nutzer und Jahr, sinken aber bei zunehmender Nutzerzahl bis etwa 4€. Wer sich die Plattform etwas genauer ansehen möchte, findet hier einige Videotutorials.
Lo-net²
Lo-net² ist für Schulen kostenlos. Bei lo-net2 kann man die ganze Schule als Institution abbilden. So lassen sich Klassen und Schüler anlegen. Man kann den Schülern Kurse und Aufgaben zuweisen. In der Dateiablage kann Material zur Verfügung gestellt werden. Das Anlegen eigener Kurse und Tests ist auf den ersten Blick (zumindest nicht ohne Weiteres) möglich.
Fronter
Thinkquest
Mit ThinkQuest bietet die Oracle Education Foundation Schulen der Primar- und Sekundarstufe weltweit ein kostenfreies Online-Programm, daß derzeit von 397.000 Schülern in 60 Ländern genutzt wird. Auf der Plattform stehen der Schule verschiedene Hauptbereiche zur Verfügung: Projekte, Bibliothek, Wettbewerb und Hilfe. Projekte bieten eine Umgebung für gemeinsames Lernen. Den Lehrern sthen Werkzeuge zur Kontrolle von Schülerinhalten zur Verfügung.
Auch im Angebot:
Moodle
eXelearning
Zu ExeLearning gibt es hier eine interaktive Handreichung für Lehrkräfte von Johannes Philipp.
BSCW
Lernplattformen für Schüler
In Anregung durch einen Kommentar ergänze ich hier noch Lernplattformen, die sich explizit an Schüler richten (und weniger an Lehrer, die damit Kurse oder Inhalte erstellen).
Paukr
Bei Paukr können sich Schüler anmelden um bereits vorhandene Kurse zu bestimmten Themen auszuwählen und zu lernen. Das Lernen findet über Fragen und Wikiartikel statt. Es ist auch möglich eigene Kurse zu erstellen. Nach meiner ersten Einsichtnahme in die Plattform befinden sich dort überwiegend Inhalte aus dem Gymnasialbereich, was sich aber noch ändern kann. Außerdem können die Schüler ihre Inhalte auch selbst einpflegen. Bestehendes Material kann mit Textmarkern, Einmerkern und eigenen Notizen versehen werden. Ein Lerntagebuch gibt Auskunft über den eigenen Erfolg. In der Basisversion ist Paukr kostenlos und soll es auch bleiben. Es wird auch eine kostenpflichtige Premiumversion geben, wobei ich noch nicht ersehen konnte, inwieweit sich kostenlos und Premium unterscheiden werden. Die Plattform eignet sich auch für das gemeinsame Lernen, da sie Werkzeuge wie Chat, Forum und Mail beinhaltet.